23.04.2015 in AG 60plus

Jeder zweite Heilbronner hat Migrationshintergrund

 
Bild: Richard Mall

  • Jeder zweite Heilbronner hat Migrationshintergrund
  • Integrationsbeauftragte Roswitha Keicher informierte die SPD-Senioren / Bericht von Helmut Sauter
 

07.03.2015 in AG 60plus

Unser Trinkwasser ist ein wertvoller Schatz - Über die perfekte Bodenseewasserversorgung

 

Unser Trinkwasser ist ein wertvoller Schatz - SPD-Senioren informierten sich über die perfekte Bodenseewasserversorgung / Helmut Sauter

 

08.02.2015 in AG 60plus

Innenminister Gall informierte Heilbronner SPD-Senioren über Innere Sicherheit und Flüchtlingsfragen

 
Bild: Richard Mall

„Wir leben im sichersten Bundesland“ / Bericht von Helmut Sauter

Es ist bei der Heilbronner SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus „Guter Brauch“, alljährlich einen maßgeblichen SPD-Politiker zur Erläuterung der aktuellen Landespolitik einzuladen. Diesmal konnte der Vorsitzende Sieghart Brenner den Landkreis-Genossen Reinhold Gall aus Obersulm-Sülzbach gewinnen, seines Zeichens Landtagsabgeordneter und als Innenminister ein herausragender Kopf der grün-roten Landesregierung.

„Wir leben im sichersten Bundesland“, konnte der oberste Sicherheitswahrer Baden-Württembergs gleich zum Einstieg den SPD-Senioren versichern. Das gelte für die Einwohner-bezogene Kriminalitätsrate. Zudem seien die Vorfälle im Bereich der Jugendkriminalität wie der Gewaltkriminalität zurückgegangen. “Auch ein Erfolgsausweis der Leistungen unserer Sicherheitsbehörden“, meinte deren Minister, der daran auch seinen Anteil hat. Gall musste jedoch zugeben, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im Lande überproportional zugenommen hat. Gerade dieser Sektor sei ja mit hohen Emotionen belastet, da es hier um den privaten Rückzugsbereich der Bürger gehe. Allerdings, so Gall, könnten diese selbst etwas zu ihrem Schutz tun, etwa bei Maßnahmen zur Einbruchsicherung von Fenstern und Terrassen. Dass hier schon einiges geschehen sei, zeige sich darin, dass 40 Prozent der Einbruchsdelikte im Versuchsstadium geblieben und so letztlich fehlgeschlagen seien. Ein gewisser Trost: In den 90er Jahren waren die Einbruchzahlen etwa doppelt so hoch

Gall konnte auch berichten, dass sich im Zuge der Polizeireform, die in der Öffentlichkeit oft madig gemacht werde, vieles verändert und gebessert habe. Generell habe sich die Aufklärungsquote erhöht. Die 146 Polizeireviere in zwölf Polizeipräsidien im Lande seien auf effektiveres Zusammenwirken eingestellt und dank verbesserter digitaler Technik auch in der Lage, auf die im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegenen Schutzgeld-Erpressungen via Internet wirksam zu begegnen. Überhaupt zeichne sich ab, dass in unserer globalisierten Welt die Gefahr international gesteuerter Verbrechen gestiegen sei. Es komme darauf an, die 24 000 Polizeibeamten im Lande auf die laufend wechselnden Herausforderungen der inneren und äußeren Sicherheit gezielt auszurichten.

Wie ein Innenminister leicht ins Wechselbad der Meinungen geraten kann, machte Gall an einem Beispiel der Asyl- und Flüchtlingsproblematik deutlich. Zu den SPD-Senioren im Böckinger Treff, dem alten Rathaus in Heilbronn-Böckingen, war Gall gerade aus Freiburg gekommen, wo die Abschiebung einer Familie mit sechs Kindern nach Serbien hohe Wellen geschlagen hat. Natürlich sei es aller Ehren wert, wenn sich Freundeskreise für Flüchtlinge einsetzen. Aber das Asylrecht soll primär die Menschen vor Verfolgung schützen, also vor Gefahren für Leib und Leben. Das gelte aber nicht für Wirtschaftsflüchtlinge, auch wenn sie in ihrem Heimatland Benachteiligungen ausgesetzt seien. Die betreffende (Roma-)Familie aber habe die zweimalige Aufforderung zur freiwilligen Ausreise mit juristischer Hilfe missachtet und somit auch jedes Rückkehrrecht verwirkt. Die Abschiebung sei nach Einhaltung der geltenden Rechtslage bis hin zur Absegnung durch den Petitionsausschuss und den Landtag erfolgt. In einem Rechtsstaat müssten die Behörden schließlich so arbeiten, wie es die Gesetze verlangen, und auch ein Innenminister könne sich darüber nicht hinwegsetzen, sonst werde unsere ganze Rechtsordnung in Frage gestellt. Die Bürger brauchten schließlich rechtlichen Verlass.

Gall berichtete, dass infolge der Wirrungen dieser Welt im Jahr 2014 der Flüchtlingsstrom nach Deutschland auf 200 000 Personen angestiegen ist. An der Spitze stünden Bürgerkriegsflüchtlinge, aktuell vornehmlich aus Syrien, aber auch aus dem Irak und Afghanistan. Mit der Umstellung von Sach- auf Geldleistungen habe sich ruckartig der Zuzug aus Kosovo sowie aus Serbien, Bosnien und Mazedonien erhöht. Deren Asylanträge müssten in der Regel abgelehnt werden. Allerdings sei die Zahl der Abschiebungen – für manche Bürger unverständlich – äußerst gering, da viele aus humanitären Gründen unter die Gesamtschutzquote fielen. Insgesamt müsse Baden-Württemberg nach dem in Deutschland geltenden Königsteiner Schlüssel (abhängig von Steueraufkommen und Bevölkerungszahl) 13 Prozent der Asylbewerber aufnehmen (Stadt Heilbronn 0,15 Prozent, Landkreis Heilbronn 0,42 Prozent), nehme aber sowieso etwa 1000 Syrer mehr auf. Syrische Flüchtlinge seien in der Regel gut ausgebildet oder zumindest bildungsfähig und hätten im Rahmen des Bleiberechts durchweg gutes Potential für einen gelingenden Integrationsprozess.

Der Innenminister versicherte, dass das Land zunehmende Anstrengungen im Bereich Integration vornehme. Der Doppelhaushalt 2015/17 sehe für derartige Maßnahmen insgesamt über 600 Millionen € vor. Der verstärkte Flüchtlingszustrom – allein in der letzten Nacht seien 500 Neuankömmlinge in der Erstaufnahme Karlsruhe eingetroffen – binde allerdings viele Kräfte für die Erfassung und Versorgung der Flüchtlinge, sodass man auch um eine Beschleunigung der Asylverfahren nicht herum komme. Reinhold Gall: „Die Flüchtlingsaufnahme ist in unserem Land eine gesellschaftspolitische Daueraufgabe.“

 

 

 

09.12.2014 in AG 60plus

Kann Schule Spaß machen? Schulpolitik: Der Weg zur Gemeinschaftsschule

 
Bild: Richard Mall

 

 

 

 

 

 

 

 

                                     

Kann Schule Spaß machen?                                                                                                    Schulpolitik: Der Weg zur Gemeinschaftsschule / Ulli Gerle

Es ist erstaunlich, wie es der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn Stadt und Land mit ihrem Vorsitzenden Sieghart Brenner immer wieder gelingt über interessante und wichtige Themen zu informieren.

Diesmal erlebten die Anwesenden einen hochspannenden Nachmittag, ging es doch um nichts weniger, als um die Zukunftsperspektiven unseres Landes.

Günther Weigel, Rektor der Hellbergschule in Eppingen und SPD Kreisrat, stellte in einer eindrucksvollen Präsentation zunächst die Schularten / WerkRealSchule(WRS), HauptSchule (HS), Realschule, Gymnasium vor. An Hand der „Kontingentstundentafel“ erklärte er die unterschiedlichen Schwerpunkte von Realschule und Gymnasium, sowie die zu erfüllenden Voraussetzungen für diese Schularten. Lernen soll Freude bereiten - Kinder und Eltern gleichermaßen glücklich machen. Über - bzw. Unterforderung erzeugen Frust und Unlust bei Schülern, Lehrern und Eltern. Daher ist die richtige Schulwahl so wichtig. Günther Weigel nannte konkrete Entscheidungshilfen und die dafür notwendigen Voraussetzungen.

Dann wandte sich der Referent seinem eigentlichen Thema der GeMeinschaftsSchule zu. Vielfalt macht schlauer; so lautet der Leitgedanke der Gemeinschaftsschule.

Doch was ist damit gemeint?

In der GMS wird länger gemeinschaftlich gelernt, die Lerngruppen sind heterogen zusammengesetzt; menschliche Unterschiede werden als Bereicherung verstanden; Schüler mit Handicap gehören dazu; es gibt keine Trennung nach Klasse 4; es wird der bestmöglicher Abschluss angestrebt - doch ohne frühzeitige Festlegung; es gibt kein Sitzenbleiben - keine Hausaufgaben – keine häusliche Lernzeit; eine neue Lernkultur wird eingeführt mit individualisiertem und kooperativem Lernen; jede GMS ist in der Sekundarstufe I (bis Klasse 10)verbindlich eine Ganztagesschule.

Wie geht dies in der Praxis von statten?

Da die Lerngruppen heterogen zusammengesetzt sind bezüglich Leistungsstärke und Lernfortschritt, da Schüler mit Handicap dazugehören, lernen sie schon frühzeitig sich vielfältig einzubringen; sie erfahren, dass Heterogenität nicht nur ihrem Team, sondern auch jedem einzelnen Vorteile bringt. Jeder lernt nach seinen Möglichkeiten. Jeder hat seine Fächer, in denen er stark ist, aber auch solche, in denen er wachsen kann. Glücklicherweise sind diese Stärken und Schwächen unterschiedlich verteilt. Wer gut in Mathe ist, hat möglicherweise in Englisch Defizite. Deshalb können die Schüler in ihren Paradedisziplinen auch den schwächeren, Mitschülern Unterstützung geben. Die Effekte, die dabei auftreten, sind vielfältig: Zum einen lernen die Schüler verständlich zu erklären, zum anderen sind sie gezwungen, insbesondere nach „dummen Fragen“, den Stoff  intensiver zu durchdringen. Hierdurch wird Selbstbewusstsein und ein positives Selbstwertgefühl gefördert. Wie das nach einem Frusterlebnis in Englisch, wohl tut!

Es gibt in der GMS keine Jahrgangsklassen; die Schüler bleiben als Lerngruppe zusammen. Welcher Abschluss wann gemacht wird, bleibt zunächst offen und wird später entschieden; so werden wichtige Tore nicht vorzeitig geschlossen. Jeder lernt nach seinen Möglichkeiten. Sitzenbleiben gibt es nicht; damit wird Schülern, Lehrern und Eltern viel Stress erspart; Traumen, wie Versetzungs-ängste, Verlust gewachsener Freundschaften, Scham, etc. entfallen.

Aber zu meinen, dass Leistung für die GMS nicht so wichtig sei, wäre ein großer Irrtum. Das Gegenteil ist richtig!

Statt der numerischer Noten gibt es eine permanente Lernbegleitung. Lernentwicklungsberichte, benennen konkret Stärken und Schwächen, um  effektive Hilfen aufzuzeigen. Jeder Woche ist zwischen Lehrer und Schüler ein 10 - minütiges Rückmeldegespräch vorgesehen, in dem die vergangene und die zukünftige Woche besprochen wird. Den Schülern wird vermittelt, dass sie  selber ihre Lernfortschritte steuern. An Hand eines „Kompetenzrasters“ lernen sie sich selber „objektiv“ einzuschätzen.

Die Lehr - und Lernorganisation mit ihren drei Bereichen, ist ein weiteres, wichtiges Element der GMS. Günther Weigel  erläuterte,  was unter Gemeinsamem Lernen (Präsentation, Vortrag, Referat), individualisiertem Unterricht (Freiarbeit, Lernwerkstatt), kooperativem Unterricht  (Projekte, Gruppen - und Partnerarbeit) zu verstehen ist. Auch hier herrscht eine enorme Vielfalt. Mit durchgeführten Projekten und anschließender Präsentation können auch Nichtbeteiligte einbezogen werden. Schüler der Hellbergschule in Eppingen bauten beispielsweise das Trassenstück einer Römerstraße nach, um sie nach Fertigstellung ihren Eltern zu präsentieren; diese waren fassungslos vor Staunen und Begeisterung. Das hatten sie ihren Kindern nicht zugetraut.

Auch für die Schüler des GMS ist eine feste Struktur des Schullebens wichtig. Nach 8 Stunden Schule, Hausaufgaben werden während der Schulzeit unter qualifizierter Aufsicht erledigt, ist Schulschluss. Jeder Schüler hat seinen Arbeitsplatz und seinen eigenen Laptop, für den er verantwortlich ist. Nach 2 Stunden Unterricht, ist eine 20 - minütige Bewegungspause vorgesehen.

Die GMS ist ein Angebot, das künftig schulartübergreifend alle 3 Stufen (grundlegendes, mittleres und das erweiterte Niveau) umfasst.

Aktuell sind an der GMS Real - und Hauptschulabschluss möglich.

Nach diesem packenden Vortrag hatten die interessierten Zuhörer Gelegenheit Fragen zu stellen. Mehrfach wurde die Fülle der Angebote in der GMS bestaunt („am liebsten würde ich jetzt in die Schule gehen“) Doch es gab auch kritischer Fragen, die erkennen ließen, dass sie von Schulexperten gestellt wurden. Wie reagiere man auf einen hohen Migrationsanteil (Deutschkenntnisse)? Braucht die Gemeinschaftsschule nicht „den Überlehrer“? Wie lassen sich die hohen Anforderungen an Lehrer erfüllen?

Sieghart Brenner, Vorsitzende SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus musste den Fragenstrom bändigen, um das Zeitlimit der Veranstaltung einzuhalten.

Bleibt nur noch die Frage: Kann Schule Spaß machen?

Offensichtlich muss dies mit „JA“ beantwortet werden  -  jedenfalls dann, wenn man den Tränen weinender Schülern der Hellbergschule Eppingen bei Ferienbeginn, glauben mag.

Wer sich weiter informieren möchte hat hierzu Gelegenheit:

  • Beim Tag der Offenen Tür in der Hellbergschule in Eppingen;                                                      Freitag, 27. Februar 2015 - 14:00 bis 18:00 Uhr

 

 

11.11.2014 in AG 60plus

Ingo Rusts Ausscheiden aus dem Wahlkreis bedauert

 
Bild: Richard Mall

 

 

 

 

 

 

 

                                         

SPD Senioren wurden mit als erste vom beabsichtigten Amtswechsel persönlich informiert / von Helmut Sauter

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn Stadt und Land war wieder einmal hochaktuell. Sie hatte den Landtagsabgeordneten und Staatssekretär Ingo Rust in den „Böckinger Treff“ zum Thema „aktuelle Landespolitik“ eingeladen. Doch noch aktueller war eine persönliche Entscheidung Ingo Rusts, denn just an diesem Tag war in den Tageszeitungen zu lesen, dass Ingo Rust aller Voraussicht nach aus dem Landtag ausscheidet und Beigeordneter für das Finanzwesen, also Finanzbürgermeister, der Großen Kreisstadt Esslingen wird. So stand also erst einmal im Vordergrund, dass Ingo Rust den Heilbronner SPD-Senioren diesen Wechsel erläuterte.

„Ich habe nicht nach einem neuen Job gesucht“, stellte Rust klar. Vielmehr habe er sich bereits auf den Wahlkampf für die Landtagswahl 2016 vorbereitet und damit auf eine weitere Legislaturperiode im Landtag. Doch wie bei all seinen anderen politischen Positionen sei dies auf ihn zugelaufen, und so habe er das angenommen, „was die Fügung für mich vorgesehen hat.“

Vor etwa vier Wochen habe der Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler in seiner Eigenschaft als Esslinger SPD-Stadtrat ihn angesprochen, ob er sich als Nachfolger des altershalber ausscheidenden Bürgermeisters Bertram Schiebel zur Verfügung stellen wolle.

 

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